Reiten

reitenDas Glück dieser Erde liegt auf den Rück der Pferde - Hoch zu Ross durch Ungarn.
Pferde und Reiter sind untrennbar mit Ungarn und der Jahrtausende alten Kultur des Landes verbunden. Bekanntlich ist Ungarn eine Reiternation. Schon immer gehörten Mensch und Pferd zusammen - in guten und in schlechten Zeiten. In der heutigen, von Technik geprägten, hektischen Zeit, besinnt man sich wieder auf die alten Werte. So lässt der internationale Tourismus ein zunehmendes Interesse an Reiseprogrammen zum Thema Natur und Aktivtourismus erkennen. Dabei spielt der Reittourismus in Ungarn eine herausragende Rolle. Reiten und das „Reiterleben" bieten zugleich Sport, Erholung, Abenteuer, Entdeckung und Schutz der Natur. Weltweit widmen sich mehr als einhundert Millionen Menschen dem Reiten, 45 Millionen davon in Europa, wobei Ungarn im europäischen Reittourismus eine führende Rolle einnimmt.
 
Reiten in Ungarn
 
ReitenZahlreiche Reitervorführungen, Veranstaltungen im Reiten und Gespannfahren werden in allen Regionen Ungarns durchgeführt. Ungarn gehört zu den drei beliebtesten Reittourismus-Zielen, denn in Ungarn kann man nahezu unbegrenzt durch das Gelände reiten, das macht Ungarn für Reiter besonders attraktiv.
 
Die Naturwunder Ungarns, Wälder mit einer reichen Tierwelt, üppig begrünte Berge und Täler, idyllische Flussufer, mit Gras bewachsene oder sandige Ebenen, an die Vergangenheit erinnernde Burgen und Burgruinen, die kleinen Dörfer und ihre Traditionen bieten dem Reiter zahllose bleibende Eindrücke und Erlebnisse. Die Pflanzen- und Tierwelt Ungarns ist ausgesprochen abwechslungsreich. Das Klima ist kontinental mäßig und für den Reittourismus geradezu ideal. "Puszten" (Ebenen), Nationalparks und Wälder sind vom Frühlingsanfang bis zum späten Herbst bestens für Ausritte geeignet.
 
Landesweit bieten die Reitereinrichtungen ein vielfältiges Touristikangebot und umfangreiche Dienstleistungen für Reiter. Für Übernachtungen stehen Hotels, Schlösser, Herrenhäuser und gemütliche Bauernhäuser zur Verfügung. Jeder Besucher kann in Ungarn eine Reitanlage nach seinem Bedürfnis finden. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, Spezialitäten der ungarischen und der internationalen Küche gibt es überall.
 
In Ungarn wurden die jeweiligen Reittouristik-Einrichtungen abhängig von Anzahl, Art und Standard der Dienstleistungen mit einem Qualitätsmerkmal von ein bis fünf Hufeisen eingestuft, was Auswahl und Orientierung erleichtert.
Die ungarische Pferdezucht erlebt heute eine neue Blütezeit. Ausgezeichnete Pferderassen stehen den Reitern zur Verfügung. Dies ist vor allem der intensiven Arbeit der Züchter zu verdanken, wobei großer Wert auf den Erhalt der Vitalität, der Sicherheit der Bewegungen im Gelände und des sozialen Empfindens der Pferde gelegt wurde, um den Reitern „würdige Freizeitpartner" zur Verfügung zu stellen.
 
An zahlreichen Orten findet man Reitschulen, die Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten. Geübte Reiter bevorzugen meist größere Reittouren. Beliebt ist das Jagdreiten im Herbst und im Winter. Mehrere Anlagen bieten auch fachgerechte Preisreit-, Preisspring- und Military-Ausbildungen an. Man kann auch die erfolgreichste Reitsportart Ungarns, nämlich das Gespannfahren ausprobieren. Im Gespannfahren konnten ungarische Sportler mehrere Welt- und Europameistertitel erringen.´Die WM im Vierergespann war im August 2004 in Kecskemét zu Hause.
 
Das therapeutische Reiten ist eine neuere Dienstleistung im Bereich der Reittouristik und wird auch in Ungarn immer populärer.
 
Auch für Kinder werden Reitsportprogramme angeboten. Sie können Reiterferien im Rahmen von Reitlagern für Anfänger und Fortgeschrittene verbringen.
 
Die Vorstellungen der "Csikós" (Pferdehirten) in der Puszta oder in Transdanubien sind typisch ungarische, weltweit bekannte Darbietungen und auch "Puszta-Fünfer" oder -Zehner sind echte ungarische Attraktionen.
 
An die Vorfahren aus der Zeit der ungarischen Landnahme erinnern heute Traditionspfleger und Bogenschützen zu Pferde, die mit Reitervorführungen und Kampfspielen die Zuschauer begeistern.

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Symbol ungarischer Reitervorführungen: "Der Puszta Fünfer"
Das ungarische Volk ist zum Reiten wie geschaffen - hält der Spruch und dies stimmt auch. Das Leben unserer Vorfahren hing von den Pferden ab, da die fachgemäße Zucht und Pflege der Pferde eine unerlässliche Bedingung der nomadischen wandernden Lebensweise war. Die Liebe der Ungarn zu den Pferden beweist auch der Reichtum des mit Pferden zusammenhängenden Wortschatzes; so wird die Farbe z.B. mit dreihundert Ausdrücken beschrieben. Die zwei meist bekannten "Attraktionen" der besonders reichen Pferdetradition sind heute fast zum Symbol geworden: der Csikós (Pferdehirt) und der Puszta-Fünfer.
 
Csikós
Jahrhunderte lang wurde das Gestüt auf der großen ungarischen Tiefebene, der Puszta unter freiem Himmel gehalten. Heutzutage findet man diese Art der Tierhaltung nur an zwei Orten: Hortobágy und Bugac, wo die Pferdehirten sowohl in ihrer Kleidung als auch in ihren Werkzeugen die Traditionen bewahren. Sie benutzen charakteristisches Pferdegeschirr: eine Art Sattel ohne Gurt, ungarisch "patrac" genannt; zum Antreiben fertigen sie selbst verzierte knallende Peitschen an. Die wichtigsten Partner der Pferdehirten sind ihre Reitpferde, welchen sei vieles beibringen. Das Legen der Pferde war bei pfeifendem Wind um im Falle von Angreifern auf der Puszta für Pferd und Hirt eine nützliche Methode.
 
Puszta Fünfer
Ein Symbol ungarischer Reitervorführungen ist der Fünfergespann ungarischen Stils, der die Romantik der Puszta heraufbeschwört und als "Koch Fünfer", "Puszta Fünfer" oder "Ungarische Post" bezeichnet wird. Der Csikós steht auf dem Rücken der beiden hinteren Pferde und lenkt so das Gespann. Man glaubte, diese als unausführbar scheinende Bravour hätte bloß der österreichische Maler Ludwig Koch 1923 geträumt. Der hervorragende ungarische Reiter Béla Lénárd erweckte das Bild zum Leben. Viele Jahre wagte sich niemand, Béla Lénárd zu folgen. Er selbst erfand von Jahr zu Jahr neue Produktionen: er trieb 7, 7, 9 und schließlich elf Pferde.
Unlängst kam beim Durchsuchen alter Lithographien ein großformatiges Zirkusplakat mit folgender Aufschrift zum Vorschein:"Die Ungarische Post von Pál Cuzen (abgebildet von Zellenberg 1845.)" Auf dem Manegebild steht ein Pferdehirt mit Peitsche auf den zwei hinteren Pferden eines aus neun Tieren bestehenden typisch ungarischen Gespanns.
Der Puszta-Fünfer ist aber - im wahren Sinne des Wortes - keine Zirkusproduktion. Darin steckt viel mehr. Hier liegt die Betonung auf der Dressur, weil bei solch einer Geschwindigkeit der Reiter nur auf gut trainierten Pferden seinen Einfluss ausüben kann. Eine wahre Reiterbravour ist die "Csikós-Post" in diesem rasenden Tempo!
 
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