Berühmte Ungarn

ERFINDER, FORSCHER, NOBELPREISTRÄGER | MUSIK | LITERATUR, FILM, THEATER UND FOTOGRAFIE | WIRTSCHAFT | DURCH SIE WURDE UNGARN "BERÜHMTER"

ERFINDER, FORSCHER, NOBELPREISTRÄGER
Oszkár Asbóth
(31. März 1891 Pankota – 27. Februar 1960 Budapest)
Erfinder des Hubschraubers
Ihn hat immer nur eines interessiert und zwar alles, was fliegt! Bereits in jungen Jahren hat er Flugzeuge entworfen und gebaut. Schon während des ersten Weltkrieges beschäftigte er sich am Forschungsinstitut im österreichischen Fischamend mit Propellern. Er entwarf die Luftschraube. Somit war es erstmalig im Jahre 1928 möglich, einen funktionstüchtigen Hubschrauber zu starten, der senkrecht von der Erde nach oben in Richtung Himmel abhob. Noch zu seinen Lebzeiten feierte die internationale Welt der Wissenschaft die Genialität seiner Erfindung.
 
Donat Banki
(6. Juni 1859 Bakonybánk - 1. August 1922 Budapest)
Ingeniuer, Erfinder des Vergasers

zusammen mit János Csonka, arbeitete in der Ganz Maschinenfabrik in Budapest, Lizenzen über Gas- und Brennmotoren, Professor an der Technischen Uni Budapest (1899), Vorderradantrieb (1902), hydraulischer Servomotor für Flugzeugsteuerung (1909), neue Wasserturbine (1917), in der Ingenieurausbildung hatte er das Laborunterricht eingeführt
 
Robert Bárány
(22. April 1876 Wien - 8. April 1936 Uppsala)
Physiologie und Pathologie des vestibularen Apparates (Gleichgewichtsorgan)

Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie1914
Mediziner, Chirurg der österreichischen Armee, Arzt, Lehrer, Forscher
die Entstehung des kalorischen Nystagmus (Augäpfelvibration)
Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates
nach ihm benannten Krankheitsbilder: "Bárány Zeichen", "Bárány Drehstarkreizprüfung", "Bárány Lärmtrommeln", "Bárány Simulationsprüfung", "Bárány Zeigeversuch", "Bárány Syndrom"
 
Georg von Békésy (Békésy György)
(3. Juni 1899 Budapest- 13. Juni 1972 Honolulu)
Nobelpreis für Physiologie /Medizinwissenschaft (1961)
für die "Entdeckung des Mechanismus der in der Ohrschnecke auftretenden Reize". Lebte in den USA.
László József Bíró
(29. Sept. 1899 Budapest – 24. November 1985 Buenos Aires)
Der Kugelschreiber
Bíró war ursprünglich Journalist. Druckarbeiten verhalfen ihm damals zufällig zu seiner weltberühmten Erfindung. Er hatte entdeckt, dass man mit Hilfe eines Kugelrohrs flüssige Farbe auf das Papier bringen kann. Seine diesbezüglichen und in Ungarn begonnenen Experimente hatte er in Paris und danach in Argentinien fortgesetzt. Von da aus startete das auch heute noch täglich benutzte und total einfach zu handhabende Schreibutensil seinen erfolgreichen Feldzug um die Welt. Übrigens heißt der Kugelschreiber wegen L. J. Bíró auf Englisch "biro-pen".
 
Imre Brody
(23. Dezember 1891 Gyula - 20. Dezember 1944 Mühldorf)
Physiker, Erfinder der Kryptonlampe

Studium in Budapest, Doktorarbeit über einatomige Gase, Göttingen bei Max Born Theorie über die Dynamik der Kristalle (1920), er hat die Birnen statt Argon- mit Kryptongas gefüllt (1930), Kryptongasherstellung aus Luft, Gründung einer Kryptonbirnenfabrik in Ajka (1937), Deportierung (1944)
 
Dennis Gabor (Dénes Gábor)
(5. Juni 1900 Budapest - 9. Februar 1979 London)
Nobelpreis für Physik
für "seinen Beitrag zur Entdeckung und Entwicklung der holographischen Methode" (1971), Erfindung des fachen Buntbildrohrs, lebte in Großbritannien
 
John Harsanyi (Harsányi János)
(29. Mai 1920 Budapest - 9.
August 2000 Berkeley)
Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften (1994)

Spieltheorie, er schuf die Grundlagen zur Forschung der "Wirtschaftswissenschaft der Information"
 
George de Hevesy (Hevesy György)
(1.
August 1885 Budapest - 5. Juli 1966 Freiburg im Breisgau)
Nobelpreis für Chemie (1943)
für die "Verwendung von Isotopen als Indikator im Laufe der Erforschung von chemischen Prozessen", lebte in Deutschland, Dänemark und Schweden
 
János Irinyi
(17. Mai 1817 Nagyléta – 17. Dezember 1895 Vértes)
Das Streichholz
Nachdem er im berühmten Debreziner Kollegium Jura studiert hatte, entschied er sich später am Wiener Polytechnikum für die Fachrichtung Chemie. Nach einem erfolglosen Experiment seines Lehrers gelang ihm durch die Verwendung von Phosphor anstelle der herkömmlichen chemischen Verbindung die Entdeckung des "lautlosen" und sicheren Streichholzes. Diese Erfindung hatte er vorerst verkauft, was ihn jedoch später nicht daran hinderte, selbst eine Streichholzfabrik zu gründen. Er nahm am ungarischen Freiheitskampf im Jahre 1848 aktiv teil (unter anderem auch an der Formulierung der berühmten 12 Punkte, welche seinerzeit die Freiheit und Unabhängigkeit Ungarns forderten). Die Folge davon war, dass er ins Gefängnis musste. Nach seiner Entlassung bewirtschaftete er seinen Besitz. Von dem weltweit täglich gebrauchten, unentbehrlichen Streichholz ahnt kaum jemand, dass es sich hierbei um eine ungarische Erfindung handelt.
 
István Ányos Jedlik
(11. Januar 1800 Szimő 13. Dezember 1895 Győr)
Mönch des Benediktinerordens, Naturwissenschaftler, Physiker und Erfinder des ungarischen Reformzeitalters, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Rektor der Pester Universität. In der chemischen und physischen Fachsprache benutzte er anstelle des Lateins die 1844 offiziell gewordene ungarische Sprache. Seine bedeutendsten Erfindungen sind um 1850 die optische Gitterteilermaschine, die der Betrachtung der Lichtbeugung dient, der Dynamo (1861), der Elektromotor (1828), Bau des ersten Wagens mit Elektromotor (1855). Einer seiner Erfolge war die Behandlung von Cholerakranken mit künstlich hergestelltem Sodawasser. 1826 hatte er entdeckt, wie man Wasser mit Kohlendioxid versetzen kann. So entstand das Sodawasser. 1841 hat er die erste Sodawasserfabrik gegründet, wo Kohlendioxid noch mit Hilfe von Asche und Marmorstaub hergestellt wurde. Für die Abfüllung hatte er auch die Siphonflasche, eine dickwandige Spezialflasche aus Glas erfunden. Diese Flasche kam im Laufe der Jahre aus der Mode, heutzutage wird das Wasser in Plastikflaschen abgefüllt. Die Plastikflasche wiederum ist auch eine ungarische Erfindung: der Maschinenbauer Lajos Nagy in Püspökladány hat diese 1994 erfunden und patentieren lassen.
 
Todor Karman
(11. Mai 1881 - 6. Mai 1963)
Mathematiker, Physiker, weltberühmter Flugtechniker

Diplom an der Technischen Uni Budapest (1902), Mitarbeiter der TU Budapest (1903-1906), studierte in Göttingen angewandte Mechanik, Mitarbeit an Zeppelin-Plan in Paris, Professor des Aerodynamischen Instituts in Aachen (1912-1929), Mathematikprofessor und Direktor des Guggenheim Aeronautical Laboratory in Pasadena/Kalifornien (1939-1949), verfasste grundlegende Arbeiten über Turbulenz (DC-Maschinen) und Grenzschichtverhalten, die im Flugzeugbau genutzt werden, Entwicklung der Raketentechnik, Auszeichnung mit der National Medal of Science (1963), Mond- und Marskrater von ihm benannt worden
 
Janos G. Kemeny
(31. Mai 1926 Budapest - 26.
Dezember 1992 New Hampshire)
Matematiker

mit 14 verlässt er Ungarn, studiert in Princeton, amerikanischer Staatsbürger (1945), Zusammenarbeit mit Albert Einstein im Institute for Advanced Studies (1948), Doktorat (1949), Leiter des Instituts für Mathematik (1955), stellte mit Tom Kurtz die erste interaktive Programmiersprache BASIC (Beginners' All-purpose Symbolic Instruction Code) zusammen (1964), erstes time-sharing Operationssystem Darthmouth (1963), Programmiersprache TRUEBASIC für PC-s (1984), Vorsitzender der Untersuchungskommission der Betriebsstörung der Atomreaktor in Harrisburg/Pennsylvania (1979), erster Preisträger des IMB Louis Robinson Preises (1990), seine Forschungsgebiete waren: einheitliche Raumtheorie, Markov-Ketten, Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Anwendungen der Mathematik auf Spiele und Volkswirtschaft, Monographie-Lehrbuch "Introduction for Finite Mathematics"
 
Philipp E. A. von Lenard (Fülöp Lénárd)
(7. Juni 1862 Pozsony/Pressburg [heute Bratislava, Slowakei] - 20. Mai 1947 Messelhausen)

Nobelpreisträger für Physik für das "auf Katodenstrahlen basierende Atommodell (Dinamida)" (1905)
 
János Neumann
(28. Dezember 1903 Budapest – 8. Februar 1957 Washington)
Die Rechenmaschine
Obwohl er von der heutigen Form des Computers noch nicht einmal träumen konnte – eigentlich hatte er sich mit der Mengenlehre und der mathematischen Spieltheorie sowie der Erforschung der Atomenergie in Verbindung mit der Kettenreaktion beschäftigt – galt sein Interesse auch den Bereichen Daten- und Informationsspeicherung und darüber hinaus dem Speichern von Operationen. Als erster Mensch der Welt bediente er sich bereits im Jahre 1945 dieser Materie. Von den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an lebte er in (Princeton) Amerika.
 
George A. Olah (György Oláh)
(22.
Mai 1927 Budapest)
Nobelpreis für Chemie
für "seine im Bereich der positiv geladenen Kohlenwasserstoffe erzielten Ergebnisse" (1944), er entwickelte die rentable Herstellung des bleifreien Benzins, lebt in den USA.
 
John C. Polanyi (János Polányi)
(23.
Januar 1929 Berlin)
Sohn des Wissenschaftlers Mihály Polányi. Nobelpreisträger für Chemie geteilt für seine Forschungen im Bereich der Dynamik der elementaren chemischen Prozesse" (1986), lebt in Kanada
 
Ignaz Semmelweis
(1. Juli 1818 Buda - 13. August 1865 Döbling bei Wien)

studierte in Pest und Wien Medizin, Assistenten der Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (1846), "Retter der Mütter", Vorkämpfer für die Antisepsis, er entdeckte die Ursache des Kindbettfiebers - eine von hohem Fieber begleitete eitrige Berührungsinfektion, die vorwiegend im Bereich der Geburtswunde auftritt. Er führte die Händedesinfektion (mit einer Lösung aus Chlorkalk) ein und reduzierte damit die Zahl der Erkrankungen drastisch um die Hälfte. Er wurde in Kollegenkreisen diskreditiert. Professur für Geburtshilfe an der Pester Universität (1855), seine Entdeckung, Untersuchungen und Ergebnisse "Offene Briefen", "Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers" (1861)
 
Albert Szent-Györgyi (Albert von Szent-Györgyi)
(16. September 1893 Budapest – 22. Oktober 1986 Woods Hole)
Nobelpreisträger für Medizin (1937) für "die Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozese, insb. in Bezug auf das Vitamin C und die Fumarsäurekatalyse"
Im Jahre – 1930! – hatte er begonnen, das aus Paprika gewonnene Vitamin C zu produzieren. Von 1928 bis 1945 Professor der Wissenschaftlichen Universität von Szeged, ab 1947 an lebte er in den Vereinigten Staaten und unterrichtete und leitete dort mehrere weltbekannte Forschungsinstitute. In erster Linie beschäftigte er sich mit der Krebsforschung, machte jedoch auch auf den Gebieten Zellatmung, Biogenetik und Bioelektronik wichtige Entdeckungen. Bis zum Ende seines Lebens war er mit seinem Heimatland eng verbunden.
 
Leo Szilard
(11. Februar 1898 Budapest - 30. Mai 1964 San Diego)
Kernphysiker, Entdecker des Atomreaktors, Vater der friedlichen Nutzung der Atomenergie

Studium in Berlin mit u. a. Albert Einstein und Max Planck, promoviert 1922, 1933 emigrieret er nach England, später in die USA (1938), seine Entdeckung der Kettenreaktion (1933) hielt in der Hitler-Ära zurück, Entwicklung des amerikanischen Atombombenprojekt (1939), Professor der Columbia University, Zusammenarbeit mit Enrico Fermi, Realisierung der ersten kontrollierten Kernreaktion, Professor für Biophysik an der Uni in Chicago und befasst sich mit dem Wachstum, den Mutationen und der Genetik der Bakterien und Viren(1946)
 
Ede (Edward) Teller
(1908 Budapest – 2003 Stanford)
Die Wasserstoffbombe
Im Sommer 2003 hatte ihm George W. Bush die höchste amerikanische Auszeichnung, die Friedensmedaille des Präsidenten, verliehen. Der Physiker war ein anerkannter Forscher auf dem Gebiet der thermonuklearen Energie, der Quantenmechanik sowie der Molekular- und Astrophysik. Sein Leben verlief ziemlich abenteuerlich, im Jahre 1926 hat er Ungarn verlassen und 1930 promoviert. Danach arbeitete er in der Hochburg der Physik, nämlich an der Universität Göttingen. Später war er am streng geheimen "Manhattan-Projekt" in Amerika beteiligt. Weil ihm bei der Herstellung der Atombombe eine bedeutende Rolle zukam, musste er in den fünfziger Jahren zahlreiche politische Hürden nehmen. Die Produktion der Wasserstoffbombe war durch seine Erfindung möglich geworden und kam aufgrund der Unterstützung etlicher amerikanischer Präsidenten zum Abschluss. Sie sollte Interesse und Hoffnungen auf eine bessere Welt wecken.
 
Eugene P. Wigner (Jenő Wigner)
(17. November 1902 Budapest - 1. Januar 1995 Priceton)
Nobelpreis für Physik
für die "Entwicklung der Theorie über Atomkerne und Elementarteile, insbesondere für die Entdeckung und Anwendung der Symmetrieprinzipien" (1963), lebte in den USA
 
Richard A. Zsigmondy (Richárd Zsigmondy)
(1.
April 1865 Wien - 23. September 1929 Göttingen)
Nobelpreisträger für Chemie (1925)
für die "Erklärung der heterogenen Natur von Kolloidlösungen und für die bei der Forschung angewandten Methoden, die in der modernen Kolloidchemie von herausragender Bedeutung sind"
 

 
MUSIK
Béla Bartók
(25. März 1881 Nagyszentmiklós/Sânnicolau Mare/ Großsanktnikolaus Rumänien]- 26. September 1945 New York)
Kosmopolit der Musik
Der weltberühmte Erneuerer der klassischen Musik. Seine Oper "Herzog Blaubarts Burg", sowie die Bühnenstücke "Der holzgeschnitzte Prinz" und "Der wunderbare Mandarin" gehören zum Repertoire aller bedeutenden Opernhäuser der Welt. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sammelte er zusammen mit Zoltán Kodály ungarische Volksmusik und die Volksweisen anderer Nationalitäten. Die Motive der Volksmusik verwertete er in seinen berühmten Orchester- und Chorwerken. Im Jahre 1940 emigrierte er nach Amerika, wo er sein bekanntestes Werk, das "Concerto", komponierte.
 
Ernő von Dohnányi
(27. Juli 1877 Pozsony/Pressburg [heute Bratislava, Slowakei] - 9. Februar 1960 New York)
Komponist, Pianist, Dirigent, Klavierprofessor

zehn Jahre Klavierprofessor, zuerst an der Berliner Hochschule, dann in Budapest. Als Lehrer entwickelte er eine sehr persönliche Methode, deren größte Wirksamkeit in selbst erfundenen, besonders intensiven Etüden für konzentriertes Üben lag, wodurch den Schülern mehr Zeit für das Studium des Repertoires blieb.
1948 ließ er sich in Argentinien nieder.
Das Neue Gebäude der Franz-Liszt-Musikakademie, Budapest wurde mit einer Aufführung von Dohnányis 1. Klavierkonzert eröffnet (1907)
 
Antal Doráti
(9. April 1906 Budapest - 13. November 1988 Gerzensee/Schweiz)
Dirigent, Komponist

Opera Münster (1928-1933), Ballet Russe de Monte Carlo (1934-1941), Dallas Symphony (1945-1949), USA-Staatsbürger seit 1947, Minneapolis Symphony in (1949-1960), BBC Orchestra (1963-1967), Stockholm Philharmonic Orchestra (1965-1972), National Symphony Washington (1970-1977), 1977 Detroit, ab 1981 RPO London, Stockholm Philharmonic, Detroit Symphony. 32 "Grand Prix"
 
Ferenc Farkas
(15. Dezember 1905 Nagykanizsa - 11. Oktober 2000 Budapest)
Komponist, Dirigent, Professor

studierte bei Albert Siklós und Leó Weiner an der Budapester Musikakademie (1922-27), Korrepetitor und Dirigent im Stadttheater, Schüler von Respighi an der Accademia di Santa Cecilia in Rom (1929-31), schrieb Filmmusik für Filmstudios in Wien und Koppenhagen (1933-35), Professor und Direktor in Budapest (1935-45, ab 1948), in Klausenburg/Cluj (1941-43), in Székesfehérvár (1946-48), ausschlaggebende Anregungen durch die ungarische Volksmusik, die Musiktradition Italiens und die Dodekaphonie (Zwölf-Ton-Technik), mehr als 700 Werke in auf nahezu allen Genres und Stilrichtungen - Oper, Operette, Ballett, Film- und Bühnenmusik, Orchesterwerke, Konzerte, Kammermusik, Kantaten, Oratorien, Messen, Chorwerke, Lieder - und für nahezu alle Instrumente,
erhielt Preise wie: Liszt-Preis (1933), Franz-Josef-Preis (1934), Klebelsberg-Preis (1943), Kossuth-Preis (1950, 1991), Erkel-Preis (1960), Gottfried von Herder Preis (1979), Cavaliere dell'Ordine della Repubblica Italiana (1984)
 
Károly Goldmark (Karl Goldmark)
(18. Mai 1830 Keszthely - 2. Januar 1915 Wien)
Komponist

"Die Königin von Saba" (1875)
 
Imre Kálmán
(24./25. Oktober 1882 Siófok als Kálmán Koppstein - 30. Oktober 1953 Paris)
Operettenkomponist

"Csádásfürstin" (1915), "Gräfin Maritza" (1924)
Sein Geburtshaus ist heute Museum. Vor dem Bahnhof, im Milleniumspark steht ein Musikpavillon, wo die Imre-Kálmán-Statue von Imre Varga ausgestellt ist.
 
Zoltán Kocsis
(1952 in Budapest)
Der weltbekannte Klaviervirtuose
Mit achtzehn Jahren gewann er den Beethoven-Wettbewerb des ungarischen Radios. Mit diesem Durchbruch begann praktisch seine Karriere im internationalen Musikleben. Er wurde von den wichtigsten Musikzentren Europas, Amerikas und des fernen Ostens eingeladen. Er gab Konzerte unter Mitwirkung bekanntester Orchester, die größten und namhaftesten Musikverlage machten Aufnahmen mit ihm. Selbst Richter trat mit ihm auf und spielte mit ihm im Rahmen einer Konzertreihe vierhändig. Er ist derzeit exklusiver Künstler der Philips Classics. Er hatte zuerst in Ungarn das Festivalorchester gegründet und später den Nationalen Philharmonikern zu internationalem Ruhm verholfen. Er dirigiert auch selbst und zwar besonders gern die Werke moderner Komponisten, am liebsten jedoch Schönberg.
 
Zoltán Kodály
(16. Dezember 1882 Kecskemét – 6. März 1967 Budapest)
Komponist von Psalmus Hungaricus
Er lernte Musik zu komponieren, er studierte an der geisteswissenschaftlichen Fakultät und schon früh begann er, sich für das Sammeln von Volksliedern zu interessieren. Hauptsächlich hatte es ihm die ungarische Folklore angetan. Sein Leben lang sammelte und unterrichtete er. Die so genannte "Kodály-Methode" wurde weltweit bekannt. Durch ihn bekamen nicht nur auserwählte, sondern auch andere Menschen die Möglichkeit zu musizieren. Er galt auch als berühmter Komponist und Vortragskünstler in ganz Europa und in Amerika. Seine wichtigsten Werke sind die Streichquartette "Psalmus Hungaricus", "Tänze aus Galánta", "János Háry" und "Die Spinnstube".
 
Joseph Kosma
(22. Oktober 1905 Budapest - 7. August 1969 Paris)
französischer Komponist

Studium in Budapest und am Ungarischen Institut in Berlin, arbeitete in Berlin mit Brecht und Eisler zusammen, Emigration nach Paris (1933), wo er bis zu seinem Tode lebte, schrieb in erster Linie Chansons und Filmmusiken
 
György Kurtág
(19. Februar 1926 Lugos [heute Lugoj Rumänien])
Der weltbekannte "Papst" der modernen Musik
Überall im Ausland kennt man ihn besser als in Ungarn! Trotzdem ist es in Ungarn schier unmöglich, Karten für seine Konzerte zu ergattern, denn die Häuser sind stets ausverkauft. Er gilt als der größte Erneuerer auf dem Gebiet der Komposition des zwanzigsten Jahrhunderts. Nach dem zweiten Weltkrieg übersiedelte er nach Ungarn und unterrichtete an der Musikakademie Kammermusik. Er lebte in Paris und zuletzt in Berlin sowie in Holland. Seine Werke werden von den berühmtesten Dirigenten und Solisten der Welt dargeboten.
 
Franz Lehar (Lehár Ferenc)
(30. April 1870. Komárom - 24. Oktober 1948. Bad Ischl, Österreich)

Operettenkomponist und Dirigent
"Die lustige Witwe", "Ein Walzertraum", "Das Land des Lächelns"
 
György Ligeti
(28. Mai 1923 Dicsőszentmárton [heute Tîrnaveni, Siebenbürgen, Rumänien] - )
Komponist

Studium bei Ferenc Farkas, Konservatorium in Klausenburg (1941 bis 1943), Studium an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest (1945-1949), Studio für elektronische Musik des WDR Köln (1957-1958), "Artikulation", "Atmosphères" (1961), lange Lehrtätigkeit im In- und Ausland, Professor an der Hamburger Musikhochschule (1973-1989), Bühnenwerk "Le Grand Macabre" (1974-1977) nach einer Fabel von Michel de Ghelderode, komplexe polyrhythmische Kompositionstechnik der achtziger und neunziger Jahre: "Etudes pour piano" (1985), "Konzert für Klavier und Orchester" (1985-1988), "Konzert für Violine und Orchester" (1990-1992), "Sonate für Viola solo" (1991-1994), Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.
 
Franz Liszt (Liszt Ferenc)
(22. Oktober 1811 Doborján/Raiding, Österreich – 31. Juli 1886 Bayreuth)
Liebesträume des größten Romantikers aller Zeiten
Klaviervirtuose, bereits in jungen Jahren wird Beethoven auf ihn aufmerksam, später seine engsten Freunde Chopin und Berlioz. Er verhalf Wagner zu Ruhm (und gab ihm seine Tochter zur Ehefrau!). Viele Nationen, z. B. Deutschland und Österreich, betrachten ihn als "eigenen Sohn", doch Liszt war Ungar, auch dann noch, als er die meiste Zeit seines Lebens in Weimar verbrachte. Die bedeutendsten und herausragenden Musikstücke der Romantik wurden von ihm komponiert. Seine Werke sind fester Bestandteil des Repertoires der bekanntesten Orchester der Welt. Jeder ambitionierte Musiker betrachtet es als Herausforderung, Werke von Liszt zu spielen. "Les Preludes" und die "Ungarische Rhapsodie" gehören zu den besten Werken der Musikliteratur.
 
Erika Lux
(Budapest)
Pianistin

Abschluss des Studiums an der Franz-Liszt-Musikhochschule in Budapest ("summa cum laude" und "Grand Prix") mit 19 Jahren als Preisträgerin des Liszt-Bartók-Wettbewerbs, weitere Spitzenpreise beim ARD-Wettbewerb in München, beim Debussy-Wettbewerb und bei der Worldwide Piano Competition in Tokio, seit 1990 als ordentliche Professorin der Hochschule für Musik und Theater Hannover
 
Miklos Rozsa
(18. April 1907 Budapest - 18. April 1995 Los Angeles)
Filmmusik-Komponist

er war der erste, der die Musik dazu benutzte, um Filme mit "störenden" psychologischen Untertönen zu untermalen, seine Musik wurde insb. für zwei Genres verwendet - für den Thriller und den historischen Film
Konservatorium von Leipzig und Aufenthalt im künstlerischen Mekka von Paris, 1940 ging er nach Hollywood, "Quo Vadis?" (1951) "Ben Hur" (1959) "König der Könige" (1961)
13 mal für den Oscar nominiert und gewann diesen in den Jahren 1946, 1948 und 1960
Grabstätte in Forest Lawn, Hollywood Hills
 
Rezső Seress
Komponist, Pianist

1935 komponierte er in einem Budapester Restaurant die Melodie "Das Lied vom traurigen Sonntag", ein wunderbar melancholisches Stück, welches so schaurig-schön ist, dass es eine Zeit lang einigen Selbstmördern als letzter irdischer Genuss diente und deshalb den Beinamen "Hymne der Selbstmörder" erhielt
Musik von "Gloomy Sunday (Ein Lied von Liebe und Tod)" (2002)
 
Sir Georg Solti
(21. Oktober 1912 Budapest - 5. September 1997 Antibes)

Dirigent von Covent Garden in London, Chefdirigent der Chicago Symphoniker, gefeierter Star bei den Salzburger Festspielen
 
Mihály Székely
(8. Mai 1901 Jászberény als Mihály Spagatner - 22. März 1963 Budapest)
Opernsänger (Bass)

ständige Gastspiele in der New Yorker Metropolita und der Festspiele in Glyndebourne (1946-1950)
 

 
LITERATUR, FILM, THEATER UND FOTOGRAFIE
Adrian Brody
(14.04.1973 New York - )
seine Mutter, Sylvia Plachy, Fotoreporter, ung. Herkunft
Oscar gekrönt (2003): bester Hauptdarsteller in der Rolle Wladyslaw Szpilman in dem Film "Der Pianist" ( 2002)
weitere Filme: King of the Hill (1993), Angels in the Outfield (1994) Solo (1996) Bullett (1996), The Undertaker's Wedding (1997) The Last Time I Committed Suicide (1997), Six Way to Sunday (1998), The Thin Red Line (1998), Sweet Jersey (1998), Restaurant (1998), New York Stories (1989), Summer of Sam (1999), Oxygen (1999), Liberty Heights (1999), Harrison's Flowers (2000), Bread and Roses (2000), The Affair of the Necklace (2001), Love the Hard Way (2001), Dummy (2002), The Singing Detective (2003)
 
George Cukor (Cukor György)
(7. Juli 1899 New York – 23. Januar 1983 Los Angeles)
Der aus Ungarn stammende Regisseur der Filme Gaslicht und My Fair Lady
"Es reicht nicht, wenn Du nur Ungar bist – Du musst auch talentiert sein" und "Wenn Du Ungar bist, so bedeutet dies nicht automatisch, dass Du auch ein Genie bist!". Diese Sinnsprüche waren an der Wand eines Hollywoodstudios bzw. am Eingang von MGM zu lesen. George Cukor war eine bedeutende Persönlichkeit der großen Hollywood-Filmgeneration. Er bekam seinen ersten Oscar für den Film "Zauberhaftes Land" und den zweiten für "My Fair Lady". Zahlreichen Stars hatte er zu Ruhm verholfen. In seinen Filmen spielten immer die bekanntesten Hollywood-Stars.
 
Tony Curtis (Bernard Schwarz)
(3. Juni 1925 Mátészalka)

Hollywood-Filmstar
Filmschauspieler, hat über 130 Filme gemacht, Gangsterfilm von Robert Siodmak "Gewagtes Alibi" an der Seite von Burt Lancaster (1948), rasch arbeitete sich in die vorderste Reihe der beliebtesten Hollywood-Darsteller vor, Abenteuerfilme, "Mister Cory" (1957), "Flucht in Ketten" (1958) Komödien, wie Billy Wilders "Manche mögen' s heiß" (1959), Stanley Kubricks "Spartacus" (1960), "Ein charmanter Hochstapler" (1960), "Der Außenseiter" (1961), "Das große Rennen rund um die Welt" (1964), "Der Frauenmörder von Boston" (1968), Krimi-Serie in Deutschland "Die Zwei", in der er zusammen mit Roger Moore spielte, TV-Version "Der Graf von Monte Christo" (1974), Elia Kazans "Der letzte Tycoon" (1975), Frauenliebling in "Casanova & Co." (1976), "Der Passagier - Welcome in Germany" (1988), Vater von Jamie Lee und Kelly Curtis, engagierte sich u. a. für die Restaurierung der Budapester Synagoge
 
György Dalos
(1943 in Ungarn)
Schriftsteller

studierte von 1962 bis 1967 in Moskau, Mitglied der Ungarischen KP bis 1968, erhielt wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" Berufs- und Publikationsverbot, 1984 Stipendium des Berliner DAAD und Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Von 1987 bis 1995 lebte er abwechselnd in Wien und Budapest und arbeitete u. a. für deutsche Rundfunkanstalten und Zeitungen. Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung in Köln (1992), Adalbert-von-Chamisso-Preis (1995). Erste Veröffentlichungen in deutscher Sprache: Lyrik, historische Berichte und Dokumontagen, lebt in Berlin
 
István Eörsi
(16. Juni 1931 Budapest – 13. Oktober 2005)
Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Theaterregisseur, Essyist, Übersetzer

Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts, Studium Philosophie und Literatur, Schüler von György Lukács, wegen Teilnahme am Aufstand 1956 verhaftet und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. 1960, nach vierjähriger Haft, amnestiert, Stipendium des DAAD in West-Berlin (1983-84), 1986 Rückkehr nach Ungarn, Dramaturg am Theater in Kaposvár (1978-82), lebte und arbeitete in Budapest und in Berlin, übersetzte Goethe, Heine, Brecht, Shakespeare, Shelley, Keats, Puschkin, Majakowski, Apollinaire, Lorca, Ernst Jandl und Allen Ginsberg, schrieb u. a. in der FAZ, taz, Lettre International, Sinn und Form, KAFKA, seine Stücke wurden auch auf deutschen und jugoslawischen Bühnen gespielt, "Ich fing eine Fliege beim Minister" (1991), "Erinnerungen an die schönen alten Zeiten" (1991), "Das Opfer. Der Staatsmann und seine Schatten" (1993), "Meine Tage mit Gombrowicz" (1997), "Hiob und Heine" (1999), "Der rätselhafte Charme der Freiheit" (2003)
Preise: Attila József (1952), Frankfurter Autorenstiftung (1983), Übersetzerpreis der Republik Österreich (1988), IBBY-Sonderpreis (1993), Preis der Soros-Foundation für sein Lebenswerk
 
Péter Esterházy
(4. April 1950 Budapest)
Wichtigster Autor der postmodernen Literatur
Er stammt aus der berühmten Familie der Grafen Esterházy, die 1948 nach der Machtergreifung der Kommunisten enteignet und deportiert wurde. Er ist studierter Mathematiker und gilt als bekannter liberaler Denker. Zum ersten Weltruhm gelangte er durch seinen "Produktionsroman" (1979), der als bestes Werk der europäischen postmodernen Literatur geschätzt wird. Als s. g. "Vater-Roman" erschien "Harmonia Caelestis" (2000). Kurz darauf erfuhr er, dass sein Vater Agent des Kádár-Regimes war. Dies veranlasste ihn, die "Modifizierte Ausgabe" zu schreiben. Weitere Werke: "Kleine ungarische Pornographie" (1984), "Buch Hrabals" (1990), erhielt den Ungarischen Literaturpreis (2001), er ist der 55. Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (Verleihung am 10. Oktober 2004 während der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche): "Der 53-Jährige habe in seinen Werken die Zerstörung Europas sowie die "Wiederauferstehung" des alten Kontinents mit Trauer und Ironie beschrieben. Damit habe Esterházy sein Heimatland in die Mitte Europas geführt..." "Als Jüngster der Joycianer habe Esterházy die "prototypische Schuld" der Menschen in Europa "in gedächtnisfähige Bilder und Gestalten verwandelt"..."
 
Zsazsa Gabor
(1917 - )
amerikanische Schauspielerin

nach Amerika ausgewandert (1930), 8 Ehemänner, darunter der Milliardär Conrad Hilton (Hotelkette), ihr jetziger Ehemann Prinz Frederick von Westfalen, Anhalt und Sachsen
 
Gyula Germanus
(6. November 1884 Budapest - 7. November 1979)
Orientalist, Sprachwissenschaftler, Historiker

weltberühmter Forscher und Kenner der moslemischen Kultur und arabischer Literatur. Der erste Ungar, der nach Mekka pilgern durfte. Professor und unterrichtete an Budapester und indischer Universitäten, ist unter dem Namen Abdul-Karim (Kerim) zum islamischen Glauben übertreteten, war Mitglied 10 arabischer Akademien. "Geschichte der osmanischen Dichtkunst" (1906 Wien), "Türkische Sprache" (1925), "La civilisation turque moderne" und "Pensées sur la révolution turque" (1928), "Have the munda languages any cognates in Europe" (1929, Calcutta), Indien heute" (1933), "Mahatma Gandhi" (1934), "Allah akbar" (1936), "Sulle orme di Maometto" (Mailand, 1938)
 
Hans Habe (János Békessy)
(12. Februar 1911 Budapest - 30. September 1977 Locarno)
Schriftsteller, Essayist, Publizist

"Drei über die Grenze" (1937), "Tod in Texas" (1963), "Ich stelle mich" (1954), "Weg ins Dunkel", "Im Namen des Teufels" (1956), "Gräfin Tarnovska" (1962) verfilmt Luchino Visconti mit Romy Schneider. Schon als amerikanischer Staatsbürger, nimmt am Zweiten Weltkrieg teil, er führt die Einheit für psychologische Kriegsführung (unter seinem Kommando ist auch Stefan Heym, der in Chemnitz geborene deutsche Schriftsteller, geb. Hellmuth Flieg) und 1944 erlebte die alliierte Invasion in der Normandie. Als Pressekommissar in München hilft er bei der Gründung deutscher Zeitungen. Zusammen mit Stefan Heym und Erich Kästner gründet er 18 Tageszeitungen. 1953 kehrt er endgültig nach Europa zurück.
 
John Halas
Trickfilmzeichner

John Halas und Joy Batchelor: "Aufstand der Tiere" nach der Satire "Animal Farm" (1945) von George Orwell
 
Ludwig (Lajos) Hevesi
(20. Dezember 1843 Heves als Lajos Löwy - 1910)

Wiener Kunstkritiker "Acht Jahre Secession" (1906), "Altkunst - Neukunst" (1909), "Österreichische Kunst im 19. Jahrhundert"
Mitbegründer des populären politischen Witzblattes "Borsszem Jankó" (Hans Pfefferkorn), Jugendroman "Die Abenteuer des Andreas Jelky" (1871)
 
Leslie Howard (László Stainer)
(3. April 1893 Budapest - 1.
Juni 1943)
Schauspieler, Regisseur und Produzent, englischer Filmstar

Londoner Dulwich College, Auftritt in Kurzfilmen (1914), arbeitet zu gleichen Teilen an Bühnen in London und New York (1920), am Broadway, "Pygmalion", "Scarlet Pimpernel" (1934), "Der versteinerte Wald" (1935), "Vom Winde verweht", "Intermezzo" (1939), "49th Parallel", "Pimpernel Smith" (1941)
 
Ephraim Kishon (Ferenc Hoffmann)
einer der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts
(23. August 1924 Budapest - 29. Januar 2005 in Meistersrüte (Appenzell Innerrhoden, Schweiz)

Er lebte und arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Regisseur (Theater, Film) in Israel und Appenzell (Schweiz). Sein Schwerpunkt lag in der humoristischen Darstellung der israelischen Alltagsrealität und seines Familienlebens. Er schrieb zumeist Kurzgeschichten, aber auch Theaterstücke und Drehbücher.
Er wurde 1924 als Ferenc (dt. Franz) Hoffmann in einer ungarisch-jüdischen Familie geboren. 1948 Diplom als Metallbildhauer und Kunsthistoriker. 1944 wurde er in ein Konzentrationslager nach Polen deportiert. 1945, auf dem Weg ins Vernichtungslager Sobibor geling ihm die Flucht. Mai 1949 Auswanderung mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel. Dreißig Jahre lang, ab 1952 Kolumnist in hebräischer Sprache in der größten Tageszeitung Ma'ariv in Israel, unter dem Namen Chad Gadja (Lämmchen). Aufführung Der Schützling (1953) im Nationaltheater Habimah. Look Back Mrs. Lot - bestes Buch des Monats der New York Times (1959) - Beginn seiner internationalen Karriere.
 
André Kertész
(1894 Budapest - 1985 New York)
Fotograf

emigrierte nach Paris (1925 - 1936), Architekturen und Stadtlandschaften, Interieurs, Wechselwirkungen von Licht und Schatten, technische Details, Maschinen, Genre-Szenen, Akte und Porträts: Atelier von Mondrian (1926), Satirische Tänzerin (1926), auf dem Boden sitzender Regisseur Sergej M. Eisenstein (Panzerkreuzer Potemkin) (1928), Colette mit Blumenvase (1930), leichter Draufsicht von Marc Chagall mit seiner Familie (1933), 1936 ging er nach New York
 
Imre Kertész
(9. November 1929 Budapest)
Nobelpreisträger für Literatur (2002)
Der in Budapest lebende Schriftsteller erhielt im Jahre 2002 für das Buch mit dem Titel "Roman eines Schicksallosen" den Nobelpreis für Literatur. Nach einer Schreibdauer von über zehn Jahren erschien der Roman erstmalig 1975, die richtige Anerkennung bekam der Autor jedoch erst ab 1983. Der Roman erzählt die Geschichte eines fünfzehnjährigen Jungen, der nach Auschwitz und Buchenwald deportiert wurde, den Holocaust überlebte und heimkehrte. Wichtiger als der autobiographische Bezug ist vielmehr der Stil, wie es geschrieben wurde, nämlich trocken, leidenschaftslos und neutral. Gefühl und Urteil werden dem Leser überlassen. Das Werk von Kertész hebt sich von anderen eindrucksvollen Holocaustromanen ab, denn der Schriftsteller berichtet mit viel Empathie, kühl und trocken über die grauenvollste Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.
 
Arthur Koestler
(5. September 1905 Budapest - Freitod 3. März 1983 London)

Schriftsteller, Journalist, Essayist
Studium der Elektrotechnik und Psychologie in Wien, ab 1926 Journalist (u. a. in Berlin, Paris und der UdSSR), ehemaliger Bewohner der Künstlerkolonie Berlin, ab 1940 in London, "Sonnenfinsternis" (1940), "Der dreizehnte Stamm", "Die Wurzeln des Zufalls"
 
György Konrad
(1933 Debrecen)
Schriftsteller

Romane und Essays, Verhaftung (1974) wegen eines gemeinsam mit Iván Szelényi verfassten Essays (in Deutschland: Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht - Suhrkamp Verlag 1978), seither führende Position in der demokratischen Opposition Ungarns, Publikationsverbot in Ungarn (1978-1988), Herder-Preis in Wien (1983), Präsident des Internationalen P. E. N. - Clubs (1990-93), Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung "Demokratische Charta" in Budapest als Reaktion auf den zunehmenden Chauvinismus und Antisemitismus (1991), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1991), Präsident der Akademie der Künste in Berlin (1997), Goethe-Medaille des Goethe-Institutes (2000), Karls-Preis der Stadt Aachen (2001)
"Der Besucher", "Der Nachlass", "Der dritte Blick", "Glück" "Die unsichtbare Stimme"
 
Bela Lugosi (Béla Ferenc Dezsö Blaskó)
(20. Oktober 1882 Lugos - 16. August 1956)

der erste Graf Dracula (1927)
spielte an ungarischen Theatern die Rolle des sinnlich-romantischen Liebhabers, war führender Schauspieler Budapests, hatte bei der Gründung einer Schauspielergewerkschaft mitgewirkt und führte ihre Protestmärsche bis 1919 an, er war gezwungen, nach Deutschland zu flüchten, "Januskopf" (1920), sein amerikanisches Bühnendebüt in "The Red Poppy" (1923), Stummfilme "Silent Commant" , "Daughters Who Pay", "Der Tod ist ein schwarzes Kamel" (1931), "Morde in der Rue Morgue", "White Zombie", "Chandu the Magician" (1932).
 
Erika Marozsán
(3. August 1972 Újfehértó - )
Schauspielerin

"Gloomy Sunday" auf Deutsch "Lied über Liebe und Tod" mit Joachim Król und Ben Becker (2002), weitere Filme: mit 17 Jahren Debut in "Friedensverhandlung, oder das Jahrhundert dauert bis Donnerstag", "Die wunderbare Reise des Kornél Esti" (1994), "Flucht" (1996), "Reichsapfel", "Zuckerblau", "One-Day Crossing" (2000), "Vorwärts!" (2001), "Sniper" mit Tom Berenger (2002)
 
Sándor Márai
(11. April 1900 Kaschau [heute Kosice/Slowakei] – Freitod 21. Februar 1985 San Diego)
Der Berufs-Tagebuchschreiber
Er hat als Journalist begonnen und in sehr jungen Jahren in Wien und Frankfurt gelebt, gelernt und geschrieben. Seine berühmtesten Romane – "Gastspiel in Bolzano", "Die Glut" und "Sindbad geht heim" wurden in alle bedeutenden Sprachen der Welt übersetzt. Gerade in unseren Tagen erlebt der Márai-Kult weltweit eine Renaissance und dies vor allem durch seine Bücher "Bekenntnisse eines Bürgers" und "Tagebücher". In beiden Werken beschrieb er ziemlich markant die überall gültigen Merkmale der Weltbürger des zwanzigsten Jahrhunderts. Márai lebte in Amerika in sehr armen Verhältnissen und starb vereinsamt; er wählte den Freitod.
 
Georg Mikes (Mikes György)
(1912 - 1987)
Schriftsteller, Satyriker

Lebte 1938-1982 in England "How to be British?", "Everybody is Hungarian"
 
Kelemen Mikes
(1690 Zágon Siebenbürgen/Rumänien - ? Rodosto Türkei)
Schriftsteller, Übersetzer

Freiheitskämpfer unter Fürst Ferenc Rákóczi II. Anfang des 18. Jahrhunderts, floh nach Polen, Frankreich und schließlich in die Türkei, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Von dort schrieb er fiktive Briefe an eine fiktive Cousine, in denen er über "Kriege, Hochzeiten, Beschneidungen" erzählt, über "Eunuchen, Treue und Untreue nach türkischer Art, über Juden, Griechen und Armenier". Klassiker der ungarischen Literatur "Briefe aus der Türkei" (1717-1758)
 
Franz Molnár
(12. Januar 1878 Budapest als Ferenc Neumann - 1. April 1952 New York) österreichischer Dramatiker, Feuilletonist, Romancier und Journalist

lange Jahre in Wien gelebt, 41 Theaterstücke, 11 Romane, 8 Erzählungs- und Reportagebände
Sein Theaterstück "Liliom" wurde verfilmt und als Musical mit dem Titel Carousel nach 1945 insg. 890mal am Broadway aufgeführt.
 
Péter Nádas
(1942 Budapest)
Fotograf, Schriftsteller, Romane, Essays, Theaterstücke

arbeitete von 1961-1963 als Zeitschriftenfotograf. 1965 erste Erzählung, die Veröffentlichung seines ersten Romans verhinderte jahrelang die Zensur.
"Etwas Licht" (Fotoband), "Schöne Geschichte der Fotografie" (Filmnovelle), "Der eigene Tod"
 
Max Reinhardt (Miksa Goldmann)
(9. September 1873 Bazin/Pezinok Slowakei - 31. Oktober 1943 New York)
Schauspieler, Mitbegründer der Salzburger Festspiele

Ensemblemitglied am Deutschen Theater, Berlin (1894-1902), Leiter des "Kleinen Theaters" und des "Neuen Theaters", heute: Berliner Ensemble, Theater am Schiffbauerdamm (1903), Leitung der Berliner Volksbühne (1915-1918), Eröffnung des Großen Schauspielhauses im umgebauten Zirkus Schumann in Berlin, später Friedrichstadtpalast (1919), Mitbegründer der Salzburger Festspiele (1920), Eröffnung der Komödie am Kurfürstendamm(1924), Eröffnung des Berliner Theaters und der Schauspiel- und Regieschule in Wien (Max-Reinhardt-Seminar 1928), die Nationalsozialisten bieten ihm eine "Ehren-Arierschaft" an, die er empört ablehnt (1933), Emigration in die USA (1937)
 
Marika Rökk
(3. November 1913 Kairo/Ägypten - 16. Mai 2004 Baden bei Wien)

Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin
wächst in Budapest auf und erhält mit acht Jahren eine Tanzausbildung, Revue-Truppe "Hoffmann-Girls" im Moulin Rouge/Paris (1924), Auftritte am Broadway/New York und in Monte Carlo (1925-1929), Revuestar in Berlin, London, Paris, Cannes, Budapest und Wien (1929), "Kiss me Sergeant" (1930), "Stern der Manege" UFA (1934), "Leichte Kavallerie" Auftakt einer steilen Karriere im NS-Regime (1935), temperamentvolle Diva in Deutschland und ihre in den Filmen gesungenen Lieder werden zu bekannten Schlagern, mit Willy Fritsch spielt sie die Hauptrolle im ersten deutschen Farbfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (1941), wegen Spionageverdacht Auftritte nur in Shows der amerikanischen Besatzungstruppen (1945-1948), Rehabilitierung vor dem Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung (1947), Comeback mit den österreichischen Revuefilmen "Fregola" (1948) und "Kind der Donau" (1950), Publikumserfolge in Deutschland "Die Csárdásfürstin" (1950), "Die geschiedene Frau" (1953), "Maske in Blau" (1953), "Nachts im grünen Kakadu" (1957), "Bühne frei für Marika" (1958) und "Die Nacht vor der Premiere" (1959), Operetten in Wien, Hamburg, München und Berlin "Maske in Blau" (1966/67), "Gräfin Mariza", "Die Csárdásfürstin", Titelrolle des Musicals "Hello Dolly" (1968/69), "Filmband in Gold" des Deutschen Filmpreises für langjähriges und hervorragendes Wirken um den deutschen Film (1981), Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold (1983), an ihrem 70. Geburtstag tritt sie in der Titelrolle der Operette "Ball im Savoy" in Wien auf, Bayerischer Filmpreis (1987), sie lebt in Baden bei Wien
 
Felix Salten (Siegmund Salzmann)
(6. September 1869 Budapest - 8. Oktober 1945 Zürich)
Schriftsteller, Feuilletonist und Burgtheater-Kritiker
gehörte zum Kreis des "Jung-Wien"; 1927-33 Präsident des Österreichischen P. E. N. - Clubs; emigrierte 1939 in die Schweiz. "Bambi" (1923, von W. Disney 1942 verfilmt) und weitere Tierromane "15 Hasen" 1929, "Florian. Das Pferd des Kaisers" 1933, "Bambis Kinder" 1940, "Djibi, das Kätzchen" 1945
 
István Szabó
(12. Februar 1938)

Filmregisseur
Filme mit Klaus Maria Brandauer:
"Hanussen", Klaus Schneider/Eric Jan Hanussen 1988
"Oberst Redl", Oberst Alfred Redl, 1985, auch mit Armin Müller-Stahl, Gudrun Landgrebe
"Mephisto", Hendrik Höfgen, 1981, Oscar
 
George Tabori (György Tábori)
(24. Mai 1914 Budapest - 23. Juli 2007 Berlin)
Journalist, Dramaturg, Schauspieler, Regisseur, Theater- und Drehbuchautor

Übersetzer von Werken Bertolt Brechts und Max Frischs in den USA, schrieb und inszenierte für Theater in Berlin, Bremen, München, Bochum und am Wiener Burgtheater. 1975 bis 1979 leitete er das Theaterlabor in Bremen und seit 1999 arbeitete er für das Berliner Ensemble. Inszenierung "Mutter Courage" (1979). Seit 1999 am Berliner Ensemble, für seine Theaterarbeit erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Georg-Büchner-Preis (1992). Zentrales Thema von Taboris Dramen, die er meist selbst inszenierte, ist die Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Schwarzer Humor und bittere Einsicht kennzeichnen seine Figuren. Werke: "Meine Kämpfe", "Gefährten zur linken Hand", "Tod in Port Aarif", "Ein guter Mord", "Das Opfer", "Weismann und Rotgesicht - ein jüdischer Western", "Insomnia", "Ich versteh' nix Deutsch", "Son of a Bitch", "Mutters Courage".
 
Elie Wiesel
(30. September.1928 Máramarossziget [heute Sighet/Rumänien])

US-amerikanischer Schriftsteller und Überlebender des Nazi-Holocausts, Friedensnobelpreisträger seit 1986 für seinen Kampf gegen Unterdrückung, Gewalt und Rassismus
 

 
WIRTSCHAFT
Mor Fischer
Gründer der Porzellanfabrik in Herend
 
Armin Herz und Mark Pick
Gründer der Salamiindustrie in Szeged
 
János Kotányi und Nándor Partos
Gründer der ersten Parikafabrik in Szeged
 
Estée Lauder (Lauder Eszter)
(Budapest)

Farbeitete zunächst für den Vertrieb einer hautverträglichen Creme ihres Onkels, des Chemikers. 1946 gründete sie die Kosmetikfirma Estée Lauder in New York City.
 
Mark Pick und Armin Herz
Gründer der Salamiindustrie in Szeged
 
Gedeon Richter
Gründer der ungarischen Pharmaindstrie
 
George Soros (Soros György)
(1930 Budapest)

erfolgreichster Spekulant und zugleich der großzügigste Philantrop der Welt, Soros-Stiftungen, Börsenguru und Mäzen,
"Die Vorherrschaft der USA, eine Seifenblase", "Die Krise des globalen Kapitalismus", "Die Alchemie der Finanzen", "Der Globalisierungsreport", "Die offene Gesellschaft"
 

 
DURCH SIE WURDE UNGARN "BERÜHMTER"
Ignác Alpár (geb. Schökl)
(17. Januar 1855 Pest - 27. April 1928 Zürich)
Architekt

Schüler von Alajos Hauszmann, studierte an der Berliner Akademie (1874), arbeitete mit Imre Steindl und Alajos Hauszmann zusammen, plante und baute 126 Gebäude, öffentliche Gebäude, wie Rathäuser in Segesvár/Schässburg, Kolozsvár/Klausenburg, Déva/Diemrich, Nyíregyháza, Eötvös-Collegium Budapest, Kirchen in Segesvár/Schässburg, Brassó/Kronstadt, Bad in Herkulesfürdo/Baile Herculane, Theater in Kassa/Košice, ehem. Österreichisch-Ungarische Bank, heute Nationalbank in Budapest (1902-05), Haus der Technik, ehem. Börse (1902-05) heute Ungarisches Fernsehen, Anker-Versicherung, Schloss Vajdahunyad
 
Zsolt Baumgartner
(1. Januar 1981 Budapest - )
Formel 1 Fahrer
Alfréd Hajós (geb. Guttmann Arnold)
(1. Februar 1878 Budapest – 12. November 1955 Budapest)
Architekt, erster Olympiasieger von Ungarn (Schwimmen)
erster Olympiasieger der Geschichte im Schwimmen, erster olympischer Goldmedaillengewinner Ungarns (1896 Athen, erste Olympischen Spiele der Moderne), Mitbegründer des ungarischen Fußballs, Sportjournalist, arbeitete an der Seite von Meistern wie Győző Cziegler (Széchenyibad), Ignác Alpár (Schloss Vajdahunyad) und Ödön Lechner (Rathaus Szeged, Kecskemét, Kunstgewerbemuseum und Postsparkasse Budapest), schuf zahlreiche Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und Sporteinrichtungen, Villen im eklektischen - , Jugend- und Bauhausstil, seine berühmtesten Gebäude: erste bedeckte Schwimmhalle in Ungarn auf der Budapester Margaretheninsel (1930), ehemaliges Jüdisches Waisenhaus für Jungen (Andrássy út 111, Budapest VI.), wo heute das 5-Sterne Hotel Andrássy untergebracht ist, Hotel Aranybika in Debrecen.
 
Theodor Herzl (geb. Herzl Tivadar)
(13. Juli 1860 Budapest - 17. Juli 1904 Edlach)
Gründer des Staates Israel.

Lebte in Wien als Journalist und Schriftsteller. Begründer der modernen zionistischen Bewegung. Seine Wahrnehmung des modernen, rassistischen Antisemitismus brachte ihn zu der Überzeugung, dass nur ein eigener Staat eine Lösung der "Judenfrage" herbeiführen kann. (Der Judenstaat 1896, AltNeuLand 1902). Wo einst sein Geburtshaus in Budapest stand (Dohány utca, bei der Synagoge), erinnert seit 1991 ein Gedenktafel. 100. Todestag 17. Juli 2004
 
János Hunyadi
(1409-1456)
Der Türkenbezwinger – auch für ihn läuten noch heute mittags die Kirchenglocken
Der Vater von Matthias Hunyadi (König Matthias) war ein ehrwürdiger Heerführer und später Regent. Mit zahlreichen Herrschern kämpfte er gegen die Türken und oftmals musste er dabei Niederlagen hinnehmen. Er kam sogar in Gefangenschaft. Doch in der entscheidenden Schlacht bei Nádorfehérvár [heute Beograd] im Jahre 1456 besiegte er das mächtige türkische Heer mit seiner aus Bauern und Kämpfern bestehenden Truppe. Das Glockengeläut von allen katholischen Kirchen der Welt um 12.00 Uhr mittags soll an diesen Sieg erinnern.
 
Calvin Klein
(19. November 1942 New York)
Modekönig
Sein Vater war Kaufmann und wanderte von Ungarn nach Amerika aus, wo er - obgleich nicht gerade von den Modedesign-Ambitionen seines Sohnes begeistert – seinem Kind den Besuch der besten Schulen ermöglichte. Klein – der anfangs Damenmäntel entworfen hatte - erschien erstmals im Jahre 1969 auf der Titelseite von Vogue. Seit den 70er-Jahren wurden ihm annähernd alle wichtigen Preise, die man in diesem Beruf erringen konnte, verliehen. Seine Produkte haben die ganze Welt erobert. Besonders berühmt wurden seine Jeans und T-Shirts, doch der Stardesigner achtet stets darauf, dass sein Markenzeichen von der breiten Masse der Gesellschaft getragen und am Leben erhalten wird.
 
Sándor Csoma Kőrösi (alias Skander beg)
(4. April 1784 Körös (Siebenbürgen)/Rumänien - 11. April 1842 Darjeeling)
weltberühmter Sprachwissenschaftler, erster europäischer Tibetforscher, Orientalist

englischer Stipendiat der Universität Göttingen, zu Fuß durch Russland, Armenien, Usbekistan zur Himalaja (1822), unterwegs hat er die Sprache des jeweiligen Landes erlernt, ab 1830 Gast der englischen Asien Gesellschaft Royal Asiatic Society of Bengal in Calcutta, Tibetische Grammatik, Tibetisch-Ungarisches und Tibetisch-Englisches Wörterbuch (1834), "Essay towards a Dictionary Tibetian and English, " A Grammar of the Tibetian Language in English", "Tibetian and English" (1834), "The life and teaching of Buddha" (1957), Sein Grab ist auf dem Friedhof von in Darjeeling
 
Zsuzsa Laky
(1984 Nagykanizsa)
Miss Europe 2003

Schönheit von Zala (2001), Zweitschönste in Hajdúszoboszló (2002) Miss Europe 2003, gewählt in Nogent-sur-Marne, Frankreich
 
Ödön Lechner
(27. August 1845 Pest - 10. Juni 1914 Budapest)
Architekt, ungarischer Jugendstil

plante Mietshäuser zusammen mit seinem Studienkollegen, Gyula Pártos, durch seine Idee aus der Ziegelfabrik seines Vaters (farbige Majolika) hat seinen einzigartigen ungarischen Jugendstil entwickelt, seine berühmtesten Gebäude: Rathaus Szeged (1882), ehem. MÁV Renteninstitut Budapest (1883-84), Milkó-Mietshaus Szeged, Rathaus Kecskemét (1892-94), Thonet-Haus Budapest (1888-89), Kunstgewerbemuseum Budapest (1891-96), Kirche im Bezirk Kobánya, Szt. László tér, Budapest (1894-96), "blaue" Kirche St. Elisabeth in Pozsony/Pressburg, ehem. Königliches Geologisches Institut Budapest XIV., Stefánia út 14. (1898-99), Postsparkasse Budapest (1899-1901)
 
Georg Lukács
(13.04.1885 Budapest - 04.06.1971 Budapest)
Philosoph und Literaturtheoretiker

der bekannteste und umstrittenste marxistische Philosoph des 20. Jahres
 
László Papp "Papp Laci"
(25. März 1925 Budapest - 16. November 2003)
Boxer

der erfolgreichste Ungar der Boxgeschichte, er ist der einzige Boxer, der bei drei aufeinander folgenden Olympischen Spielen Goldmedaille erringen konnte. Europameister (1949 und 1959), 7 Jahre Profiboxer, Trainer und bis 1992 Leiter der Box-Auswahlmannschaft, das Budapest Sportarena trägt seit 2004 seinen Namen.
 
Judit Polgár
(23. Juli 1976 Budapest - )
internationaler Schach-Großmeister, Weltmeisterin
 
Ferenc Puskás
(2. April 1927 Budapest - 17. November 2006 Budapest)
Der "Liebling" eines ganzen Landes
Er war Stürmer in der legendären goldenen Fußballmannschaft Ungarns. Er schrieb die glanzvollsten Seiten der ungarischen Fußballgeschichte. Im Jahre 1952 war er in Helsinki Mitglied der olympischen Siegermannschaft, dann schoss er 1953 im berühmten Spiel Ungarn gegen England in London zwei der 6 Tore (Ungarn siegte seinerzeit 6:3). 1954 wurde er mit der Mannschaft Silbermedaillengewinner bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. 85-mal spielte er in der Nationalelf, dabei erzielte er 84 Tore. Nach 1956 ließ er sich in Spanien nieder und arbeitete dort als Trainer.
 
Ernő Rubik
(13. Januar 1944 Budapest)
Schöpfer der "Zauberwürfel" Rubik' s Cube
Jede Seite des bunten Würfels besteht aus neun kleineren Würfeln, die alle drehbar sind. Von den zahlreichen Kombinationen führt nur eine zum Ergebnis: zu einfarbigen Seiten.
Ernő Rubik ließ seine Erfindung 1975 patentieren, und zwei Jahre später kam der Würfel in den Handel. Für den internationalen Erfolg spricht, dass der Zauberwürfel 1980 in England das Spielzeug des Jahres wurde (den Preis Toy of the Year erhält jedes Jahr nur ein einziges Spielzeug). Ein Jahr später hat ihn das Museum of Modern Arts in New York in seine Designsammlung aufgenommen. Die Würfel-"Drehvorgänge" waren sogar Gegenstand einer Weltmeisterschaft.
Ernő Rubik war ursprünglich Diplom-Architekt. Er lebt in Budapest, leitet ein eigenes Studio und "zerbricht" sich den Kopf hauptsächlich über Neuerungen auf dem Gebiet der Rechenmaschine.

 

Hannah Shenesh (Szenes Hanna - Anikó)
(1921 Budapest - 7.
November 1944)
Schriftstellerin, Nationalheldin von Israel, Fallschirmjägerin

ein Symbol für Idealismus und Selbstaufopferung. 1939 wanderte in Palästina ein, studierte zuerst an einer Landwirtschaftsschule und ließ sich dann im Kibbutz Sdot Jam nieder. Schrieb Gedichte und ein Stück über das Leben im Kibbutz. 1943 trat der britischen Armee bei und ging als Freiwillige zum Einsatz in Europa, sprang im März 1944 über Jugoslawien ab und verbrachte drei Monate mit den Tito-Partisanen. Am 7. Juni 1944, als die Deportationen der ungarischen Juden ihren Höhepunkt erreichten, überschritt die ungarische Grenze. Sie wurde von der ungarischen Polizei gefangen genommen, wurde am 7. November erschossen. Ihre sterblichen Überreste wurden 1949 nach Israel gebracht und am Militärfriedhof am Herzlberg beigesetzt. Film von Dénes Gábor.